Hieronymi war der jüngste Sohn des Bankprokuristen Peter Hieronymi und Louise Hieronymi (geb. Böhler). Nachdem er als 12-Jähriger im Frankfurter DomEduard von Steinle malen gesehen hatte, hatte er den Wunsch, dessen Schüler und wie dieser Kirchen- und Historienmaler zu werden. So bekam er noch als Schüler Zeichenunterricht bei Heinrich Hasselhorst am Städelschen Kunstinstitut. Nach Beendigung des Progymnasiums im Frühjahr 1884 wurde er von Eduard von Steinle als Schüler aufgenommen. Nach Steinles Tod 1886 übernahm ihn dessen Nachfolger Leopold Bode bis Herbst 1887 oder Frühjahr 1888[1]. Danach als freischaffender Kunstmaler in Frankfurt ansässig bekam er Aufträge, unter anderem zum Kopieren von Gemälden alter Meister 1888/90 und 1892/93 zu Restaurierungen in der Leonhardskirche im Auftrag von Pfarrer Ernst Franz August Münzenberger.
Von Oktober 1894 bis Ende 1897 war Hieronymi in Rom, zunächst für zwei Semester an der Accademia di San Luca als Schüler bei Ludwig Seitz, danach wieder freischaffend. Es entstand neben anderen das Gemälde Die Hl. Familie bei der Arbeit, das bei einer Ausstellung mit dem Thema Heilige Familie in Turin als bestes ausgewählt wurde.
Ab 1898 in Frankfurt und ab 1908 in Bonn schuf Hieronymi für private Auftraggeber und für Kirchen christliche Motive, aber auch Porträts und romantische Szenen, wie zum Beispiel Die Jungfrau vom Lurlei.
Ab 1914 bot er sich vermehrt als Restaurator von Gemälden an. Im nördlichen Rheinland war er Pionier der konservierenden Methode, das heißt er legte die originale Malerei frei von Übermalungen und retouchierte nur das Nötigste. Die Aufträge von Privatpersonen, Kunsthändlern und Museen mehrten sich.
Ab Juni 1919 stellte er seine Tochter Angelina (1902–1980) an und bildete sie aus. Sie arbeitete bis 1926 als Restauratorin bei ihrem Vater, danach ließ sie sich in Düsseldorf und an der Münchener Akademie bei Karl Caspar als Kunstmalerin und als Restauratorin bei Max Doerner weiter ausbilden. Sie veröffentlichte fachliche Beiträge, in die sie auch Erkenntnisse aus der Werkstatt ihres Vaters einfließen ließ.[2] Robert Hieronymis Mitarbeiterin wurde dann seine Frau Antonie.
1922 wurde Hieronymi als freier Mitarbeiter an das Wallraf-Richartz-Museum in Köln berufen und erhielt eine eigene Werkstatt dort. Ab 1933 ließen die rheinischen Museen sein Bonner Privathaus versichern, so dass er im eigenen Atelier unter anderem für das Wallraf-Richartz-Museum bis 1944 viele Gemälde restaurieren konnte. Hieronymi wendete die damals neuen Untersuchungsverfahren Röntgen-, Infrarot- und UV-Strahlung an.[3] Er war ein gefragter Restaurator alter Kunstwerke, dem man gerne die wertvollsten Gemälde anvertraute:
„Die letzte Generation kennt den beweglichen, unermüdlichen Künstler Robert Hieronymi als einen der erfahrensten und erfolgreichsten Restauratoren, unter dessen geschickten und zart zufassenden Händen viele der Hauptwerke der westdeutschen Kunst, an der Spitze das Dombild Stephan Lochners in Köln, der Marienaltar des Conrad von Soest in Dortmund, der Hochaltar des Bartel Bruyn in Essen ihre Auferstehung gefunden haben.“
Von 1895 bis 1897 war er Mitglied der 1895 in Rom gegründeten Künstlerzunft. Ab 1897 war er Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, die 1893 auf Initiative des Bildhauers Georg Busch gegründet worden war, der später (1936) der Schwiegervater von Tochter Angelina wurde.
Die Archivalien von Hieronymi liegen im Deutschen Kunstarchiv des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, Anderes aus dem Nachlass befindet sich im Archiv der Abteilung Kunsttechnologie und Restaurierung des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud in Köln (das Museum Betreffendes, Originale, Bücher, Duplikate von Werkfotos und Restauriermaterialien).
Roswitha Busch-Hofer: Robert Hieronymi (1868–1950), Angelina Hieronymi (1902–1980), Kunstmaler und Restauratoren. 2. Auflage. Selbstverlag, Benediktbeuern 2018, ISBN 978-3-00-059318-5.
Paul Clemen: Der Maler Robert Hieronymi – Zu seinem 75. Geburtstage. In: Volksblatt - Tageszeitung für das westliche Grenzgebiet. Nr.130. Euskirchen 5. Juni 1943, S.3.
Otto H. Förster: Robert Hieronymi. In: Kölnische Zeitung. 26. Mai 1938.
Otto H. Förster: Robert Hieronymi. In: Kölnische Zeitung. Nr.271, 30. Mai 1943.
Friedrich Jansa (Hrsg.): Deutsche bildende Künstler in Wort und Bild. Verlag von Friedrich Jansa, Leipzig 1912, S.265.
Bernhard Hieronymi: Die Freuden und Schmerzen Mariä – Bilderzyklus in St. Marien, Bonn. Selbstverlag, Bonn 2018.
D. Höroldt: 1000 Jahre Stift Vilich. Ludwig Röhrscheid, Bonn 1978, S.125f.
Staudhammer, Damrich, Hoffmann und Lill: Robert Hieronymi. In: Jahresmappe der Deutschen Gesellschaft für christl. Kunst. Verlag der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst (DG), München.1902 S.15, 1904 S.21, 1907 S.19, 1919 S.12 je mit Abbildungen
Sebastian Staudhammer: Robert Hieronymi. In: Die Christliche Kunst (CK). Verlag der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst (DG), 1904, S.52.
Arthur Wynen: Ein Lichtblick am Kunsthorizont der Gegenwart. In: Die Katholische Welt. Oktober, 1907, S.29–34.
Einzelnachweise
↑Die Dauer eines von der Stadt vergebenen Stipendiums und eine überlieferte handschriftliche Notiz sind hier uneindeutig.
↑Angelina Hieronymi: Über Trübungen und Verdunkelungen von Gemälden. In: Nachrichtenblätter der rheinischen Heimatpflege. Band3, Nr.7, 1931, S.189–191. Angelina Hieronymi: Über Trübungen und Verdunkelungen von Gemälden. In: Technische Mitteilungen für Malerei. Band49, Nr.5, 1933, S.33–40. Angelina Hieronymi: Tabellen zur zeitlichen Bestimmung von Gemälden nach untersuchten Farbstoffen. In: Technische Mitteilungen für Malerei. Band48, Nr.13, 1932, S.105–118.
↑Archivierte Fotos zeugen davon, siehe Roswitha Busch-Hofer: Robert Hieronymi (1868–1950), Angelina Hieronymi (1902–1980), Kunstmaler und Restauratoren. 2. Auflage. Selbstverlag, Benediktbeuern 2018, ISBN 978-3-00-059318-5, S.50, Abb. 111, S. 58f. Für die Röntgenstrahlen brachte er Gemälde zum Orthopäden, für die UV-Strahlen besaß er eine Analysen-Quarzlampe.
↑Paul Clemen: Der Maler Robert Hieronymi – Zu seinem 75. Geburtstage. In: Volksblatt - Tageszeitung für das westliche Grenzgebiet. Nr.130. Euskirchen 5. Juni 1943, S.3.